Pressestimmen

Eine Tanzshow, bunt wie ein Orient-Teppich

Begeisterter Applaus bei der Premiere – Aufwendige Kostüme, tolle Choreographien

VON JOACHIM RÖHRIG, 09.03.09, 17:48 h

Roswitha „Anjuli“ Sieger und ihr Ensemble zeigen die „Schätze des Orients“. Die Sindorfer Lehrerin für orientalischen Tanz zeigte am Wochenende mit ihren Schülerinnen ein neues Programm, angelehnt an die Teppiche des Orients

Kerpen-Horrem - Anjuli ist wieder da. Nach zweijähriger Pause zauberte die Sindorfer Lehrerin für orientalischen Tanz mit ihren Schülerinnen und dem bewährten kleinen Schauspiel-Ensemble am Wochenende eine rundum gelungene Premiere ihres neuen Programms auf die Bühne des Horrem / Sindorfer Schulzentrums.

„Schätze des Orients“ heißt die siebte Inszenierung des 1997 gegründeten Anjuli-Tanztheaters. Gemeint sind damit nicht Gold oder Edelsteine, sondern zwei kulturelle Kostbarkeiten: die Künste des Tanzens und der Teppiche. „Die Welt der Orient-Teppiche ist ebenso bunt und vielfältig wie die Welt des orientalischen Tanzes“, erklärt Anjuli, „jeder Tanz und jeder Teppich sind ein Ausdruck schöpferischer Kraft und Freude.“ Tänzerisch und schauspielerisch erzählen die „Schätze des Orients“ das Märchen vom ehrbaren Kaufmann Ibrahim, der sich über das Auftauchen seiner Brüder nicht recht freut. Die Jungs sind Piraten, haben kostbare Teppiche erbeutet und wollen diese nun mit Ibrahims Hilfe versilbern. Der steinreiche Lord Wintergarden kommt da gerade recht...

Anjuli´s Orientalisches Tanztheater Traditionelle Orienttänze wie dieser, aber
auch Choreografien aus anderen Stilrichtungen sind in der neuen Anjuli-Show zu sehen.
BILD: RÖHRIG

Der Blick auf die Rahmenhandlung lässt erahnen, dass sich das Tanztheater nach dem spirituell angehauchten 2007-er-Programm „Tanz der Hände“ diesmal von seiner heiteren Seite präsentiert. Obwohl der von der sechsköpfigen Laiendarsteller-Truppe prima umgesetzte schauspielerische Teil mehr Raum einnimmt als in früheren Shows, steht der Tanz natürlich im Mittelpunkt. 18 Gruppenchoreografien mit rund 40 Tänzerinnen in aufwendigen Kostümen und vier lautstark bejubelte Anjuli-Soli formierten sich zu einer betörenden Reise durch die Welt des Tanzes, bei der Genre-Grenzen spielerisch leicht überwunden wurden. Klassische Orienttänze bildeten den Ausgangspunkt, doch Anjulis Ensemble präsentierte mehr - etwa indische Tänze im Bollywood-Stil, feurige Latin-Pop-Nummern, wilde Hexentänze zu düsterer Gothic-Musik oder mystische Stammestänze mit Trommelbegleitung. Puristen mögen sich daran stören, doch Anjuli steht zu ihrem „Fusion-Style“ und wurden darin vom begeisterten Premierenpublikum mit lang anhaltendem Applaus bestärkt.

Zwölf weitere, größtenteils bereits ausverkaufte Vorstellungen stehen noch auf dem Programm, so dass am Ende mehr als 3000 Zuschauer die „Schätze des Orients“ bewundert haben werden.

Karten gibt es noch für einige Aufführungen am letzten April- und am ersten Mai-Wochenende (Tickets unter 02273 / 55751 und in der Sindorfer Buchhandlung Moewes, Kerpener Straße 81).

Kölner Stadtanzeiger 09.03.2009

« zurück