Pressestimmen

Der Zauber tanzender Hände

VON JOACHIM RÖHRIG, 05.03.07, 07:13h

Kerpen / Rhein-Erft-Kreis - „Lasst Euch forttragen in ferne Länder und seht, welche Rolle die Hände für die Menschen in anderen Kulturen spielen.“ Dieser charmanten Einladung des Anjuli-Ensembles konnten am Samstagabend gut 250 Premierengäste nicht widerstehen. Rund 3000 weitere Freunde der orientalischen Tanzkunst werden in den nächsten Wochen noch folgen: Da die neun März-Vorstellungen in der Aula des Sindorfer Schulzentrums bereits größtenteils ausverkauft sind, wurden für Ende April noch einige Zusatztermine angesetzt (Ticket-Infos unter 02273 / 5 57 51).

Längst hat sich herumgesprochen, dass die Horremer Choreografien Roswitha „Anjuli“ Sieger und ihre Schülerinnen in ihren Shows stets viel mehr bieten nur als das übliche Bauchtanz-Vergnügen. Auf die neue Inszenierung „Die Sprache der Hände“ haben sich mehr als 50 Mitwirkende aus dem ganzen Kreis fast zwei Jahre lang vorbereitet.

Die Sprache der Hände Der Sprache der Hände
kommt bei Tänzen eine
besondere Bedeutung zu.

„Die Sprache der Hände“ ist ein von Roswitha Sieger geschriebenes, von ihren Elevinnen getanztes, vom bewährten „Großwesir“ Matthias Kurth erzähltes und von einer kleinem Schauspielgruppe um Reinhard Köpp gespieltes Märchen wie aus 1001 Nacht. Diese abwechslungsreiche Mixtur hatte sich schon in den fünf vorangegangen Programmen seit 1995 bestens bewährt. Diesmal wird das Publikum in die Stadt Arkadas entführt, wo einem Puppenspieler, der auf dem Markt Orangen gestohlen hat, eine grausame Strafe droht: Ihm sollen die Hände abgehakt werden. Doch seine Puppenspieler-Kollegen bekommen die Chance, den Kalifen mit einem Stück über die Bedeutung der Hände gnädig zu stimmen.

Eben um die Bedeutung der Hände geht es auch in den 18 Tänzen, die elegant in die Rahmenhandlung eingeflochten sind. Anjuli als begeisternde Solistin und vier Gruppen mit je acht bis zwölf Tänzerinnen brechen dabei zu einer Tanz-Reise rund um die Welt auf: Im Mittelpunkt stehen anspruchsvoll choreografierte, klassische, folkloristische und moderne orientalische Tänze mit Schleier, Stock oder Tamburin. Zum Programm gehören auch Tänze mit indianischen und afrikanischen Wurzel, avantgardistische Choreografien aus den USA, ein indischer Tanz im Bollywood-Stil, Begegnungen von europäischer und orientalischer Tanzkunst und ein fernöstlicher Tempeltanz, bei dem der Stellung der Finger und der Haltung der Hände besonders große Bedeutung zukommt. Nach gut drei Stunden ließ das Publikum selber die Hände sprechen - mit lang anhaltendem Applaus.

Kölner Stadtanzeiger 05.03.2007

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